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Hansestadt Hamburg

Reisetagebuch

Moin Moin

"Wer weiß denn sowas?" Mit diesem Motto werden wir unsere Reise nach Hamburg beginnen. Diese Begrüßung aus dem Norden klingt gleich viel freundlicher als irgendwelche Grüße einer ja doch fiktiven Person. Uns ist aufgefallen, dass wir uns im Norden von Deutschland viel wohler fühlen als im Süden. Zumindestens wehren wir uns immer mit Händen und Füßen, wenn es in Richtung Bayern gehen sollte. Um so mehr freuen wir uns darauf, weil wir uns wieder für die richtige Richtung entschieden haben. Doch ist es wirklich so?
Eine Woche vor der Tour nach Hamburg machten wir noch eine kleine Radtour damit der Körper in Bewegung bleibt, so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Gegen 15:30 Uhr saßen wir beide in der Notaufnahme im Krankenhaus. Der Schreck saß uns noch in den Gliedern und ebenso der Gedanke ob die Reise noch stattfinden kann? Bei der Radtour kamen wir beide an einem starken Gefälle an. Trautchen sagte noch, damit vorm Urlaub nichts passiert, wird sie lieber das Rad zu Fuß herunterschieben. In dem Moment begriff ich, dass Frauen sehr schnell das Gegenteil machen, als was sie eigentlich gesagt haben. Eh ich mich versah, saß Trautchen schon auf Ihrem Rad und fuhr den Hang hinunter. Sie wollte natürlich sehr vorsichtig fahren und spürte dabei wie sich die Geschwindigkeit erhöhte. Sie sah es bereits schon kommen, bevor es überhaupt passiert ist und schon stieg sie über den Lenker ab, der mit voller Wucht auf ihren Brustkorb knallte. Es sah schon nach einem Rippenbruch aus und so liefen wir beide mit den Rädern nach Hause. Unterwegs konnte man sehen das ihr das Atmen immer schwerer fiel, so dass wir uns entschlossen ins Krankenhaus zu fahren. Jetzt erst wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. So schnell gings noch nie liegend in den Behandlungsraum. CT und Ultraschall ergaben dann schnell eine Entwarnung. Prellung des Brustkorbes und keine weiteren inneren Verletzungen. Wir sollten uns auf eine größere Schmerzphase vorbereiten. Puh, da hatten wir wohl Glück im Unglück. Der Arzt sagte sogar beim Ultraschall, dass er am Bild erkennt, dass wir uns gesund ernähren. Dies ist dann natürlich doch eine ungewollte Bestätigung das wir bisher (fast) alles richtig machen mit unserer Ernährungsumstellung. Lebensmittel statt Nahrungsmittel. Da war sogar der Schmerz für einen kurzen Moment vergessen.

Wir konnten es kaum erwarten diesen Städtetrip nach Hamburg zu planen und durchzuführen. Wer uns kennt, weiss wie gut wir unsere Tage durchplanen, oder besser gesagt wie gut Trautchen unsere Tage verplant. Als es dann endlich soweit war, konnten wir unsere Vorfreude kaum unterdrücken. Kahli saß bereits auf dem Koffer, bereit diesen kleinen Reisebericht zu dokumentieren.
4:15 Uhr klingelte der Wecker und es hieß aufstehen. Nach einer leckeren Tasse Kaffee prüften wir zum wiederholten Mal unser Gepäck auf Vollständigkeit. Irgendwie schaffen wir es immer das eine oder andere zu vergessen. Aber diesmal sollte es uns doch mal gelingen, das wir an alles gedacht haben. Es ist schon ein etwas seltsamer Anblick, wie wir beide mit schmerzerfüllten Gesicht unsere Koffer zum Bahnhof rollten. Schmerztabletten sind wohl ein ständiger Begleiter von uns. Damit wir den Anschlusszug nicht verpassen wollten wir extra einen Zug eher nach Leipzig fahren. Irgendwie schleichend waren wir unterwegs, aber haben es trotzdem zeitlich gut geschafft. Wir freuten uns auf 5 Tage Entspannung aber auch Spannung, wir sind es ja gewöhnt dass nicht immer alles so rund laufen kann. Diesmal scheinte ja alles zu klappen, denn inzwischen saßen wir im besagten Anschlusszug nach Hamburg, welcher direkt in Leipzig eingesetzt worden ist. Der Zug war völlig leer und die Durchsagen vom Bahnhofssprecher waren mehrfach wiedersprüchig. Bis im Zug eine Durchsage kam und die Stimme sich für das Durcheinander entschuldigte. Hamburg wir kommen, der Zug setzte sich pünktlich in Bewegung und ebenso pünklich und traditionell packten wir unser Lunch Box aus.

Die Zugfahrt verlief fast ohne Zwischenfälle und die 3 Stunden Fahrt vergingen wie im Fluge. Wenn es nicht kurz vor Hamburg eine Notbremsung gegeben hätte. Bei dem Bremsvorgang mussten wir uns schon etwas festhalten und vom Gepäckträger flog ein Koffer an uns vorbei und streifte von Trautchen den Kopf. Die Mitreisenden waren ebenfalls erschrocken, aber wir mussten uns erst einmal von diesem Schreck erholen. Der Besitzer des Koffers kam gleich auf uns zu und fragte ob wir verletzt sind und bat seine Hilfe an. Aber bis auf einen gehörigen Schreck ist nichts passiert. Das hätte auch dumm ausgehen können. So kamen wir 3 dann doch noch wohl behalten um 12:35 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof an.



Wer weiß den sowas?

Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten von Deutschland und er rangiert an zweiter Stelle mit ca. 550.000 Reisenden pro Tag, einer der meist frequentierten Bahnhöfe Europas, nach dem Bahnhof Paris-Nord.



Wir hielten uns noch eine Weile am Bahnhof auf, um die Stimmung ein wenig aufzunehmen und natürlich Munzee zu jagen. Diese Masse an Menschen, es war schon sehr beeindruckend mit was für einer perfekten Logistik alles gehändelt wird. Hier hat alles vor 7 Jahren angefangen hörte ich Ralf noch sagen. Da waren wir noch unerfahrene Munzee Jäger und mich hat es noch garnicht gegeben. Heute gehört unser Account zu den 50 Besten der Welt. Angetrieben durch unseren Ehrgeiz und unserem gesunden Lebensstil sowie dem Hobby der Fotografie.

Die Zahl 37.

Wir planten diesmal wegen der guten Verkehrsanbindung ein Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs. Etwas erholter machten wir uns zu Fuß auf den Weg, dank der Rollen am Koffer sollte es ja kein Problem sein. Außerhalb des Bahnhofes sieht man nur "Schwarz". Na prima, wir kleinen Ossis und die Vielfalt der Welt. Es sind ja nur ca. 10 Minuten Fußweg. Wir nahmen also den kürzesten Weg zum Hotel, gingen an einen Park vorbei, nahmen 2 Seitenstraßen und standen dann auch schon vor unserem Hotel. Ich hörte Ralf sagen : 37. Zuerst dachte ich mir nichts weiter dabei, aber irgendwie machte es mich dann doch neugierig. Unser Zimmer war schon bezugsfertig und so checkten wir drei im 4 Sterne Hotel Novum Belmondo ein. Das Zimmer direkt an der Hauptstraße war wie wir es schon von Berlin her kannten. Der angepriesene Flachbildschirm hatte die übliche Größe eines A3 Blattes und war eines Sterne Hotels nicht würdig. Zu unserer großen Überraschung funktionierte in diesem Hotel jedoch das WLan, so das wir unsere persönlichen Vorlieben für Serien auf dem iPad weiter genießen konnten, denn damit wollten wir die Abende ausklingen lassen.  

Wir konnten uns noch an unseren letzten Besuch in Hamburg erinnern, aber so extrem dreckig und verschmutzt hatten wir die Stadt nicht in Erinnerung. Der Gestank in manchen Ecken ist jedoch der Selbe geblieben. So versuchten wir diesmal einen anderen Weg Richtung Bahnhof zu nehmen, damit wir nicht wieder in den nach Kotze stinkenden Gassen entlang laufen müssen. Der Plan war ein erfrischendes Bierchen am südlichen Ufer der Binnenalster am Jungfernstieg zu trinken und bei der Gelegenheit den Ausblick zu genießen und alle virtuellen Munzee aufzusammeln. Da es an der Binnenalster sehr voll war sind wir Richtung Rathaus geschlendert und haben tatsächlich auf dem Markt vor dem Rathaus ein Plätzchen gefunden. So gab es eine ungesunde Currywurst und ein großes gesundes Glas Bier um den Durst zu stillen.

Jetzt kam auch der Moment wo die Neugier siegte und Trautchen ganz spontan fragte: "Sag mal Ralf, was meintest du heute mit der Zahl 37?"

 
So fing Ralf an zu erzählen: "Du kennst doch von unserem Grundgesetz den Artikel 1, er ist das Papier nicht Wert auf dem er steht. In den rund 10 bis 15 Minuten vom Bahnhof zum Hotel habe ich bei 37 Menschen aufgehört zu zählen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, die ganzen Menschen, welche in den Ecken und Winkeln der Gassen lagen, zu sehen. Dazu zählte ich auch einen Menschen der seine Hose so weit unten hatte, damit zwischen den blutenden Füßen und der Straße ein wenig Stoff die Schmerzen milderte. Ich dachte noch, er gehört doch in ein Krankenhaus?" Dieses Straßenbild sollte uns die ganzen 5 Tage begleiten. Wie abgebrüht und kalt muss man eigentlich sein, in solch einer Gegend Urlaub zu machen? Was sind das für Städte, die mit solchen Bildern seine Gäste erwarten? Leider ist es ja nicht mehr möglich dies in Bildern zu dokumentieren, man verletzt ja Persönlichkeitsrechte. Lieber wird über die Realität geschwiegen, was ich aber ganz sicher nicht machen werde. Hamburg steht ja oft mit seinen dekadenten Veranstaltungen im Interesse der Medien, wo man nicht einen Obdachlosen zu sehen bekommt. Ich möchte mir nicht vorstellen wie zu solchen Veranstaltungen, dieser unliebsame Anblick beseitigt wird um eine schöne reale falsche Welt vorzuheucheln. Man sollte eben doch nicht die ganze Welt einladen, wenn man im eigenen Lande nichts in den Griff bekommt.



Wer weiß den sowas?

Fast 2.000 Obdachlose leben derzeit in Hamburg, das sind fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2009. Dazu kommen noch mehr als 4.800 Wohnungslose, die in städtischen Unterkünften leben. Ebenso hat die Zahl der ausländischen Obdachlosen zugenommen und liegt bei einem Anteil von 70% (Stand 2018).



So haben auch wir uns mit diesem Anblick abfinden müssen. Wir drei können es nicht ändern. Aber es wird in der Folge ein Grund sein, warum wir auch diese Stadt nicht so bald noch einmal besuchen werden. Dies waren leider unsere ersten Eindrücke die Hamburg uns geboten hat. Also setzen wir auch auf Verdrängung? So schlenderten wir etwas nachdenklicher zurück zum Hotel und merkten dabei nicht einmal das wir die selben stinkenden Straßen zum zweiten Mal entlang gelaufen sind. Wird dies die Zukunft aller Städte sein? Es ist sogar für uns recht ungewöhnlich schon am ersten Tag heimweh zu haben.
Mit neuen und frischen Gedanken wollten wir in den Tag starten. Wir standen fast schon wie zu Hause 6 Uhr auf und gingen gemeinsam den neuen Tagesplan durch. Wir haben trotz Hauptstraße sehr gut schlafen, denn die Zimmer hatten schallschluckende Fenster die ihren Namen auch verdient haben. Uns erwarteten die heißesten Tage in Hamburg, aber die im Zimmer befindliche Klimaanlage erfüllte hervorragend ihren Dienst, auch wenn man diese nur mit einer kleinen Klettereinlage einschalten konnte. Das Frühstück im Hotel verlief auch sehr ruhig, fast schon richtig angenehm. Auf jeden Fall wesentlich entspannter und ruhiger als im Hotel in Berlin der gleichen Kette.  Wir haben uns richtig Zeit beim Frühstück gelassen um gestärkt in den Tag zu starten. Wir suchten uns nun immer wieder andere Strecken raus um gewissen Anblicken und Gerüchen aus dem Weg zu gehen. Es ist uns jedoch nicht gelungen. Die Umgebung vom Hotel möchte man auch ganz sicher auf keiner Postkarte verewigen. Unser Ziel war die Speicherstadt, die Landungsbrücken und die Reeperbahn von Sankt Pauli. Wir haben diesmal auch den öffentlichen Nahverkehr genutzt und sind mit einer Gruppenkarte zu 12,20 Euro in Richtung Speicherstadt gefahren. Kaum angekommen hörte ich Ralf sagen, Hamburg liegt am Meer, weil eine Vielzahl von Möwen zu hören waren. Wenn man die Augen schloss, konnte man es auch fast spüren, auch wenn Hamburg "nur" an der Elbe liegt. Die Speicherstadt ist mit seinen vielen Brücken ein historisches Highlight und besonders in den Abendstunden für jeden Fotografen ein Leckerbissen. Da es jedoch erst 23 Uhr so richtig dunkel wird, wollten wir aus Gründen der Sicherheit nicht mehr durch die Nacht schlendern. So blieb uns nur der Tag ein paar Eindrücke fotografisch festzuhalten. Wie der Zufall es will, fand Kahli am Holländischen Brook einen Geocache, den wir dann natürlich auch geloggt haben. Ein zweiter Cache war dann auch noch schnell gefunden, obwohl dies garnicht zum Tagesplan gepasst hat. Unser nächstes Ziel war die Elbphilharmonie bei den Landungsbrücken, wo wir uns die emense Steuerverschwendung aus der Nähe angesehen haben. Es ist schon ein sehr imposantes Gebäude.



Wer weiß den sowas?

Die Elbphilharmonie wurde in den Jahren 2007 bis 2016 erbaut. Insgesamt werden vom Hamburger Senat für die Elbphilharmonie Kosten von 866 Millionen Euro angegeben.
 




Ganz spontan und mit etwas Verhandlungsgeschick haben wir uns für eine Schiffsfahrt durch die Speicherstadt entschieden. Wir freuten uns auf eine Fahrt durch die gesamte Speichstadt, doch die Naturgewalten machten einen Strich durch die Rechnung. Der Wasserstand reichte nicht mehr aus um ganz durchzufahren. Es war nämlich Ebbe. Als ob der Kapitän sowas nicht vorher gewusst hat. Da fragen wir uns natürlich, welche Seite dann doch das bessere Verhandlungsgeschick hatte. Die Fahrt auf der Elbe war trotzdem richtig angenehm und informativ und nach einer Stunde schon wieder vorbei. Der Fahrtwind brachte auch die notwendige Abkühlung an diesem heißen Tag. Die innere Abkühlung brachte ein Bierchen bei Alex auf der Elbpromenade zwischen Baumwall und den Landungsbrücken.


Das letzte Ziel am heutigen Tag war Sankt Pauli. Vorbei am TUI Operettenhaus wo wir vor 7 Jahren Rocky gesehen haben, vorbei an Madame Tussaud bis zur Rast im Schmidt´s Theater. Wir schlenderten noch einmal über die Reeperbahn und stellten fest das wir uns noch an viele Details erinnern konnten. Ich schaute in das Gesicht von Ralf und konnte mir sein eingemeißeltes Grinsen nicht erklären. Danach machten wir uns auf den Weg ins Hotel um uns etwas auszuruhen, bevor wir uns erneut auf den Weg gemacht haben um den Abend bei einem guten Essen ausklingen zu lassen. Unser Ziel war das Restaurant Nagel, aber wir merkten schnell das andere auch den selben Gedanken hatten. So schauten wir uns um nach einer Alternative. Wir fanden Platz beim Baummann und die Speise war schnell gefunden. Ohne näher auf das Essen einzugehen, sprechen wir hier klar unsere
Nichtempfehlung aus. Wer auf billig  Schnitzel aus der Fritöse steht und wer Fisch mit einem Maggi Geruch der über mehrere Tische hinweg vorbeizog mag, der ist sicher hier im Paradies. Für uns ein klares NIE WIEDER! Um nichts vorweg zu nehmen, werden wir im Laufe unseres Reiseberichtes auch eine klare Empfehlung für leckeres Essen geben. Lecker geht wirklich anders. Wir bummelten noch ein wenig durch die Gassen in Richtung Hotel und so haben wir auch diesen Abend in Hamburg ausklingen lassen. Im Hotel warteten schon die Getränke (nennen wir sie mal Wasser), welche wir im Waschbecken gekühlt hatten.  
Tag drei begann wie immer mit einem ausgiebigen Frühstück. Die Auswahl glich exakt dem Tag zuvor, aber es wurde trotzdem genügend Abwechslung geboten. Wir mussten uns auch stärken, denn heute stand ein Tagesausflug ans Brackwassermeer auf der Tagesordnung. Unser Ziel war der Timmendorfer Strand an der Ostsee und es sollte der bisher heißeste Tag des Jahres werden. Den Zeitungen zur Folge werden ja immer Klima Katastrophen vorhergesagt. Wir nennen es einfacher, es ist Sommer. Die Zugfahrt war schon ein besonderes Erlebnis. Voll besetzt mit Jugendlichen und Kindergruppen genossen wir lautstark die Fahrt in der sengenden Hitze des Tages. Wir lauschten zwangsläufig den geführten Gesprächen, ob wir wollten oder nicht. Und glaubt uns, wir wollten nicht. Es reichte oft ein Blick der Verständigung und wir konnten unseren Gedanken unausgesprochen folgen. Erleichtert erreichten wir die gewünschte Haltestelle und gefühlt der ganze Zug stieg aus. Folge dem Strom sagten unsere Blicke und das taten wir dann auch. Nach ca. 15 Minuten erreichten wir unser Ziel, der Timmendorfer Strand eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.



Wer weiß den sowas?

Die Ostsee ist weder ein Salzwassermeer noch ein Süßwassersee, sondern ein Brackwassermeer.
Brackwasser ist ein Gemisch aus Fluss- und Meerwasser, d. h. aus Süß- und Salzwasser.



Ehe wir uns versahen waren wir knietief in der Ostsee, so gingen wir eine Weile am Strand entlang und es dauerte  nicht sehr lang bis unsere Fußabdrücke von der Gischt weggespült wurden. Einfach mal die Seele baumeln lassen. So schlenderten wir zusammen noch eine ganze Weile Hand in Hand am Strand entlang. Wir schauten uns an und hatten in diesem Moment den gleichen Gedanken. „Es ist doch völlig egal wo wir uns auf der Welt befinden, solange wir beisammen sind."

Unser Blick schweifte in die Ferne und das eine oder andere Segelschiff war zu erkennen. Wir gingen ohne es zu merken bis ans Ende der Seebrücke und schauten bis zum Horizont. Es war die Geburtsstunde der Planung unserer nächsten Reise. Die Zeit verging wie im Fluge, so dass wir uns bereits wieder auf den Weg machen wollten. Auf dem Plan stand ja noch Lübeck. Zuvor nahmen wir jedoch eine Erfrischung zu uns, da inzwischen die Wärme einen ungewohnten Höhepunkt erreichte, jedoch durch die Meeresbrise garnicht so wahr genommen worden ist. Je weiter wir uns vom Strand entfernten, um so quälender wurden unsere Schritte.

Wir hatten die Zeit nun komplett aus den Augen verloren so wohl haben wir uns am Strand gefühlt. Aber wir waren uns jedoch auch einig, den ganzen langen Tag in der Sonne rumliegen ist überhaupt nicht unser Ding. Kaum in Lübeck angekommen, fassten wir den Entschluss doch gleich weiter nach Hamburg zu fahren. Die Hitze des Tages hat uns sehr viel Kraft genommen und die Suche nach einem schattigen Platz viel immer schwerer. So kam es, dass wir uns tatsächlich im kühlen Zimmer vom Hotel 1 bis 2 Stunden ausruhen mussten um neue Kraft zu tanken. Es begann tatsächlich schon zu dämmern und wir ließen uns noch ein wenig durch die Stadt treiben um den Abend genüsslich ausklingen zu lassen. Kurz bevor wir das Hotel betraten, hörte ich Trautchen sagen:" Die Häuser hier in Hamburg haben keinen Charakter und keine Seele."

Timmendorfer Strand

Wir gewohnt starten wir mit einem Frühstück in den neuen Tag, es kam uns so vor als hätten wir ein Déjà-vu vom Vortag. Schon wieder gab es exakt das gleiche Angebot. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Es sollte der heißeste Tag des Jahres bisher werden und wir wollten uns einfach nur treiben lassen.



Wer weiß den sowas?

Am 10. Januar 1911 wurde mit privaten Mitteln in Höhe von 685.000 Mark die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG) gegründet. Im Januar 1912 wurde der Luftschiffhafen auf rund 45 Hektar in Betrieb genommen. Die Geburtsstunde des Hamburger Flughafens.



Kahli wollte die große Welt sehen und so war unser Ziel der Flughafen von Hamburg. Kaum angekommen betraten wir die große Abfertigungshalle und beobachteten das emsige Treiben. Wir haben uns so beiläufig unterhalten als wir urplötzlich von hinten von einem Mitarbeiter angesprochen worden sind. Wir haben uns gewundert warum er sich wie Bolle freute. Dann war schnell klar, er hat ein paar Worte unseres Gesprächs mitgehört und sofort hat er sich an seine Heimat erinnert. Er kam ursprünglich auch aus Thüringen und so führten wir ein tolles Gespräch mit Informationen wie er in Hamburg gelandet ist. Bei der Frage ob wir auch fliegen wollen, begannen unsere Knie zu schlottern und wir haben zugegeben, dass wir noch nie geflogen sind. Aber ein paar Traumziele konnten wir ihm schon nennen. Das Gespräch verlief so harmonisch, dass wir die Zeit vergessen haben. So haben wir uns verabschiedet mit ein paar neuen Informationen im Gepäck. So gingen wir nach oben zur Aussichtsplattform und nahmen in gemütlichen Ledersesseln Platz. Im Minutentakt konnten wir sehen wie die schweren Maschinen gestartet und gelandet sind. Es war ungewöhnlich beeindruckend und weckte sogar bei uns Fernweh, denn wir dachten zurück an das Gespräch mit unserem Landsmann. Sollte es nun doch möglich sein, dass wir in ein Flugzeug einsteigen?

Es wurde Zeit zum Aufbruch und so fuhren wir die Rolltreppen wieder hinunter. Plötzlich überkam Trautchen ein kalter Schauer. Wo ist Kahli? Diesmal nahmen wir die Treppen nach oben, denn es ging eindeutig schneller. Kein Kahli zu sehen und nun? Gefühlt alle Sitzkissen und Lederauflagen haben wir umgedreht, sogar ein Mann half mit beim suchen. Er konnte sein grinsen aber nicht gut verstecken, als wir erklärten, wen wir vermissen. So hat es auch nicht mehr lange gedauert und zwischen einer Sesselritze schauten Kahlis Augen nach oben. Wir hatten ihn wiedergefunden. War es nicht auch Kahlis Idee hierher zu kommen? Sollte das ein Zeichen sein?

So machten wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum. Wenn du an einer Gaststätte mit Baumstämmen im Gastraum vorbeikommst, dann bist du im "Hans im Glück" gelandet, eine weitere Empfehlung für den großen oder kleinen Hunger zwischendurch. Wir unterhielten uns noch eine Weile und konnten die Menschen um uns herum beobachten. Wir stellten fest um hier zu leben muss man schon eine gehörige Portion Gleichgültigkeit an den Tag legen. Viele Häuser ob alt oder neu wirken auf uns protzig, kalt und seelenlos. Wir sahen Menschen, ob reich oder arm, alt oder jung, schön und hässlich und manchmal eben auch abstoßend. So machten wir uns mit den immer wiederkehrenden Eindrücken auf dem Weg ins Hotel, denn wir wollten ein Fusspallspiel der Frauen WM ansehen, da keine einzige Gaststätte es für nötig gehalten hat ein Public Viewing anzubieten.  


Die Show . Wer weiß dem sowas?...


so lautet ja das Motto unseres kleinen Reiseberichtes. Heute nun soll es soweit sein. Nach mehrmaligen Versuchen hatten wir das Glück gehabt, eine Aufzeichnung der Show im UFA SHOW & FACTUAL ... Studio miterleben zu dürfen. Nach einer sehr strengen Sicherheitsüberprüfung durften wir die heiligen Hallen betreten. Es war absolutes Handy-Verbot und sogar unsere Schrittzähler wurden überprüft ob sie wirklich nur Schritte zählen. Ein kurzer Körperscan und wir waren im "riesigen" Studio. Oh Gott, war das Studio klein, für einen Moment hatten wir vergessen, dass das Fernsehen ja eigentlich immer nur eine einzige Illusion ist.

Die Aufregung war richtig groß sowie die Vorfreude auf Kai Pflaume, Alexander Duszat (Elton´s richtiger Name) und Bernhard Hoëcker sowie die Gäste aus dem Sportbereich welche ich heute noch nicht verraten möchte. Der Warm-Upper brachte uns schon vorher in die richtige Stimmung und der eine oder andere Lacher platze aus uns heraus. Wir glauben im Nachhinein das diese 2,5 Stunden im Studio der schönste Moment der Hamburgreise war, wir haben uns auf diese Stimmung eingelassen. Zuvor sollten wir uns entscheiden in welches Team wir wollen. Wir haben uns nicht getrennt um die Chance zu erhöhen, wir setzten alles auf Team Hoëcker. Die Stimmung war richtig toll und ausgelassen und die Aufzeichnung begann. Sympatisch wie aus dem Fernsehen bekannt kam der Moderator und begrüßte die Zuschauer, die Gäste und die beiden Kapitäne. Die Monitore für die Zuschauer waren sehr klein um die Fragen selbst mitlesen zu können. Die Sendung begann auch mit einem Scherz von Bernhard, worauf der Herr Pflaume sagte, die Sendung läuft gerade ein paar Minuten und schon müssen wir die ersten Szenen rausschneiden. Das Publikum war jedenfalls begeistert und kringelte sich vor lachen. Die Fragen kamen uns diesmal sehr schwer vor, lag es wirklich nur an der ungewohnten Perspektive? Auf dem Sofa ist es dann doch schon etwas anderes. Es war die ganze Show ein Kopf an Kopf rennen, auch das übliche anstacheln der beiden Teams kam nicht zu kurz, eifrig haben wir mitgeraten. Die Stimmung war so gut, dass wir völlig vergessen haben, dass wir aufgezeichnet werden. Aber auch diese Erlaubnis mussten wir ja im Vorfeld unterschrieben abgeben.

Jetzt war es endlich soweit. Die Masterfrage, die Entscheidung. Sie lautete:" Wer heißt im richtigen Leben Carlos Irwin Estevez?" Ich brauchte die 3 Antwortmöglichkeiten garnicht erst und dachte noch man ist das ne einfache Frage. Da machte unser Teamkapitän leider 2 schwere Fehler. Er setzte nur 1 Euro, dass lies uns in Schockstarre verwandeln und er setzte auf einen falschen Namen. Am liebsten hätten wir es noch zugerufen, da waren wir uns bereits sicher, Elton und sein Team gewinnt diese Ausgabe der Show "Wer weiß denn sowas?. So war es dann auch. Charlie Sheen brachte uns kein Glück. So gingen wir mit den Blicken zum Boden verschämt aus dem Studio und wir können sagen: Es waren die geilsten 2,5 Stunden seit langen. Wir haben gelacht, mitgefiebert und das Studio zum Beben gebracht. Ich weiß jetzt schon, dass ich Trautchen bei der Ausstrahlung heraushören werde. Sie war die einzige (manchmal) die nicht aufgehört hat zu klatschen. Einen Wermutstropfen gab es aber dann doch noch. Leider konnten wir kein Foto zusammen mit Kai Pflaume, Elton und Bernhard machen. Aber wir nehmen eine wundervolle Erinnerung mit ins Hotel zurück.

Nach einer kurzen Erholungsphase waren wir bereit für den Abend. Unser Ziel, Abendessen im Restaurant Nagel und hier ist auch schon unsere Empfehlung für einen rustikalen Abend in einem rustikalen Ambiente. Das Essen war richtig lecker und es kam aus der Pfanne und nicht aus einer ekelhaften Fritteuse. Das Personal war freundlich und wir haben uns wie Gäste gefühlt. Hier konnten wir gemütlich den Tag noch einmal Revue passieren lassen.

Kahli flüstert leise: "Na Neugierig? Die Ausstrahlung dieser Show "Wer weiß den sowas?" findet vorraussichtlich am 13.11.2019 statt. Ich bin gespannt was von den Beiden zu sehen sein wird."

So hatten wir doch noch einen herrlichen Tag den wir von Anfang bis zum Ende genießen konnten. Wir haben diesmal einen weiten Bogen um den August-Bebel-Platz gemacht, denn inzwischen kannten wir eine Route um der Realität aus dem Weg zu gehen. Im Hotel angekommen, hieß es Sachen packen und so langsam Abschied nehmen. Wir schauten noch unsere Serie im funktionierenden W-LAN an, welche sich nun auch bereits dem Ende naht.

Die Freude wieder nach Hause zu fahren war diesmal ungewöhnlich größer, auch wenn wir den einen oder anderen schönen Gedanken mitnehmen konnten, werden wir jedoch sobald nicht wieder nach Hamburg fahren. Die Rückfahrt verlief hervorragend und ohne fliegende Koffer, so dass wir pünktlich alle drei wieder in der Heimat angekommen sind.

Wir wissen es nun!  



Glaubt ihr tatsächlich noch daran, wenn ihr eines Morgens aufwacht, die Welt hätte sich gebessert? Dann muss ich euch wohl enttäuschen.  Wir haben uns in Hamburg für dieses System geschämt.

Scham ist ganz sicher nichts negatives, sondern zeigt eindrucksvoll dass wir noch ein Gewissen haben.

Wir erkennen die Realität nicht mal mehr, obwohl wir mitten in ihr Leben. Unwissenheit ist für viele doch ein Segen, aber dieser wird früher oder später zum Fluch!

Γνῶθι σεαυτόν



Euer Kahli

P.S. Dieser Reisebericht spiegelt die tatsächlichen Eindrücke und Erlebnisse wieder, es wurde vieles weggelassen jedoch nichts unwahres hinzugefügt. Dieser Bericht wird im Laufe der Zeit noch ein wenig angepasst, da die Texte in digitaler Form noch ausgewertet werden müssen.




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