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Hauptstadt Berlin

Reisetagebuch


Der letzte Reisebericht hat uns so viel Freude gemacht, dass wir uns gedacht haben, wir werden unsere Reisen weiterhin ab und an dokumentieren. Wir sind inzwischen 33 Jahre verheiratet und waren schon so oft in Berlin so das wir diesmal unsere Eindrücke festhalten wollen. Da wir nur ein paar Tage in Berlin sind, haben wir fast jeden Tag bereits fertig durchgeplant. Besonders freuen wir uns, dass wir auch diesmal alte Bekannte und Freunde treffen werden. So können wir ein wenig die Zeit zurückdrehen und in Erinnerungen schwelgen. Ein besonderes Highlight für Ralf ist das Treffen mit seiner Klassenkameradin und Freundin Annett, schließlich wurde ihr Vati Ulli am 17.06.2016 zum Ehrenbürger in unserer Heimatstadt Gera gekürt. Gerne erinnern wir uns zurück wie wir als Kinder durch Geras Straßen gezogen sind. Es gibt also viel zu erzählen, auch wenn wir uns erst im November zum Klassentreffen gesehen hatten.

Boxkampf
Berlin und Gera 1986

Nu aba ran an de Buletten!
So straff durchgeplant war unsere Reise nach Berlin noch nie gewesen. Das Wetter soll ja nicht wirklich mitspielen, aber wie sagt Trautchen immer:

"Freue dich doch wenn es kalt ist oder regnet,
denn wenn du dich drüber ärgerst,
wird es trotzdem kalt sein und regnen."

Die Hinfahrt verlief ohne Probleme und irgendwie kam uns die Fahrt sehr kurz vor. Also ab zum Hotel um die Koffer abzugeben, denn Einchecken können wir erst nach 14 Uhr. Unser erstes Ziel war Bahnhof Zoo und Richtung Kurfürstendamm, denn dort befinden sich ergiebige Munzee Felder die nur darauf warten von uns gecaptured zu werden. Berlin ist ja eine der Hochburgen, wenn man sich für dieses spannende Outdoor Hobby entschieden hat. Munzee, ist die Schnitzeljagd des 21. Jahrhunderts. Diese aufregende Jagd hat uns einiges an Zeit gekostet, also ab in die S-Bahn denn wir konnten endlich im Novum Hotel Aldea in der Bülostraße einchecken.

Es war ein doch etwas kälterer Tag und wir waren sehr froh uns aufwärmen zu können. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße, so dass wir hier gleich eine eindeutige Nichtempfehlung aussprechen möchten. Das einzige  was uns spontan zum Hotel einfällt ist, dass es eine sehr gute Anbindungen zum Nahverkehr hat und von diesem Punkt aus alle Ziele schnell erreichbar sind. Das Hotel selbst hat 4 Sterne welche wir vergeblich gesucht haben. Das Bad ist nicht geeignet für korpulente Gäste und es kann sich tatsächlich nur eine Person in dieser Nasszelle aufhalten, wobei hier die Betonung auf Zelle liegt. Unser Zimmer ist mit keiner Klimaanlage und keiner Minibar ausgerüstet dafür hat man eine Geräuchkulisse der besonders lauten Art. Deswegen würden wir niemanden das Hotel für den Sommer empfehlen, wenn man bei geöffnetem Fenster schlafen möchte. Der festgeschraubte Fernseher hatte tatsächlich die Größe einer Handtasche und wir konnten vom Bett aus schon nicht mehr wirklich alles erkennen. Und glaubt mir, dass liegt nicht nur an unserem Alter. Ach, haben wir auch schon erwähnt, dass es ein Ding der Unmöglichkeit war im 6. Stockwerk eine W-Lan Verbindung zu erhalten? Nein, dann haben wir es hiermit getan.

"Det is uns schnurz Piepe"

Aber wer will schon Fernsehen, oder wer braucht W-Lan, wenn man eh "tot" ins Bett fällt. "Na Icke". Nachdem wir unser Zimmer bewundert haben, ab in die U-Bahn zur East Side Galerie. Wir wollten gleich dieses geschichtliche Zeitdokument für unsere Video Aufgabe umsetzen. Das Denkmal East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain ist eine dauerhafte Open-Air-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Es ist immer noch sehr beeindruckend und wir konnten ein paar "Künstler" beobachten welche gerade ihr neustes "Werk" an der Mauer verewigen wollten. Wir konnten den Fernsehturm sehen und dachten dann ach soweit wird es nicht sein bis auf den Alex. Wie man sich täuschen kann und plötzlich war unsere Entscheidung schnell gefallen, wir nehmen den Bus. Dieser Marsch macht natürlich hungrig und wir mussten nicht lange überlegen wo wir zu Abend essen werden.


           


"Dit find ick knorke!"

Dieses Lokal die Altberliner Weißbierstube im Nikolaiviertel ist inzwischen unsere Traditionsstube welche wir immer besuchen, wenn wir in Berlin sind. Wir saßen sogar auch wieder auf "unseren" Plätzen. Die Preise sind moderat und das Essen war bisher immer sehr lecker. Das Wichtigste an diesem Tage war jedoch: Wir konnten uns aufwärmen, denn die Außentemperatur war fast schon im unerträglichen Bereich. Wobei wir nicht unerwähnt lassen wollen, dass dieses Stübchen von uns eine Empfehlung bekommt. Leckere Hausmannskost in einer urigen Atmosphäre. Was will man mehr. So haben wir den Tag ausklingen lassen und sind nach dem Essen zurück zum Hotel gefahren.

"Ick glob mir laust der Affe!"

Der zweite Tag begrüßte uns tatsächlich mit ein paar kleinen Schneeflocken. Uns kam es so vor als ob sich alle Hotelgäste uns angeschlossen haben, lange schlafen und spät frühstücken. Das Frühstück war Standard und wer die Geräuschkulisse einer Mensa nicht erleben möchte, sollte gleich früh um 6:30 Uhr zum Frühstück gehen. Für uns war das Hotel eines der schlechtesten je erlebten Hotels und wir haben wahrlich keine großen Ansprüche. Am späten Vormittag haben wir uns dann in Richtung Berlin-Lichtenberg mit der Tram bewegt. Die Berliner Straßenbahn ist eines der ältesten Straßenbahnnetze der Welt. Wir wollten ja auch noch eine kleine Munzee Jagd vorher machen. Man spürte bei Ralf schon den ganzen Tag eine innerliche Freude und Aufregung, denn er konnte es kaum erwarten seine Freundin und Klassenkameradin Annett zu besuchen. Jetzt war es endlich soweit und wir wurden von Annett von der Straßenbahn M6 abgeholt. Wir hatten uns so viel zu erzählen, dass wir garnicht gemerkt haben wie schnell doch die Zeit verrinnen kann. Wir haben uns sehr willkommen und vor allem wohl gefühlt um so schwerer fiel der Abschied. Hier noch einmal unseren Dank für die Einladung und den tollen Nachmittag.

       

Mit der M6 sind wir zurück zum Hackeschen Markt und haben noch ein wenig die Gegend unsicher gemacht. Sprich wir waren auf Munzee Jagd. Haben das neu gebaute Stadtschloss angesehen und waren erstaunt wie weit die Bauarbeiten vorangeschritten sind. Natürlich sind wir auch noch lustvoll über den Lustgarten geschlendert. Wir haben uns ein wenig treiben lassen und haben es endlos genossen zusammen durch die Metropole zu schlendern. So langsam kam der Appetit und ganz entgegen unseren Gewohnheiten haben wir uns diesmal für eine Currywurst rot weiß mit Pommes entschieden. Es musste natürlich Curry 36 am Bahnhof Zoo sein. Also ab in die S-Bahn. So haben wir auch diesen Tag ausklingen lassen. Wir brauchten auch am Tag 2 den Handtaschen-Fernseher nicht, denn wir sind gleich eingeschlafen.

"Janz Berlin is eene Wolke!"

Dieser Spruch der Berliner beschreibt ganz gut unser Gefühl mit dem wir heute in den Tag gestartet sind. Neben guten Freunden gibt es nichts wichtigeres wie die Familie. Heute wird wieder ein besonderer Tag denn es gibt ein Wiedersehen mit Trautchens Nichte Anja und ihrem Ehemann Sebastian, ein weiteres Treffen worauf wir uns unendlich sehr freuen. Zuvor waren wir bei der Technischen Universität, dann am Fritz Reuter Platz und im zoologischen Garten auf Munzee Jagd.





Ein wenig spürten wir dann doch die Nervosität als wir uns in Richtung Prenzlauer Berg aufgemacht haben. Als Überraschung sagte Trautchen wir gehen vorher noch ins Brauereimuseum, der Eintritt ist frei und wir können uns aufwärmen. Aber da war der Ralfi plötzlich wach, als er sich sogleich auf ein frisch gezapftes Bierchen freute und auf eine Führung in der Brauerei. Ich stellte mir tatsächlich vor, Informationen von der historischen Braukunst bis in die heutige Zeit zu erhalten. Zumal wir ja auch bereits selber unser Outdoor Bierchen gebraut hatten. Auf dem Gelände der alten Brauerei wurden wir bereits von einem Street Food Markt begrüßt, welcher aktuell Sonntags dort stattfindet. Dieser Markt soll besonders den in Berlin beheimateten eine außergewöhnlich und vor allem mit Liebe und Profession kochenden Food Trucks eine Plattform bieten. Ich staunte dann nicht schlecht als meine Erwartung auf die Realität traf und ich urplötzlich mit der DDR Vergangenheit konfrontiert worden bin. Der Name der Ausstellung war "Alltag in der DDR". Meine Enttäuschung stand mir ins Gesicht geschrieben, obwohl dann beim Rundgang viele Erinnerungen ans Tageslicht kamen. Nur auf mein Bierchen musste ich leider verzichten. Aber ich kann im Vorfeld schon sagen, das wurde nachgeholt.

Jetzt war es endlich soweit und wir haben uns zum Treffpunkt begeben. Es ist ein richtiger Geheimtipp und ein Szenecafé in Berlin am Prenzlauer Berg. Die Begrüßung von Anja und Sebastian war so herzlich ausgefallen, dass wir garnicht bemerkt haben wie gut besucht dieses Café Anna Blume war. Bei einem Kaffee und leckerem Kuchen haben wir in Erinnerungen geschwelgt. Es gab richtig viel zu erzählen, da doch etliche Jahre vergangen waren, seit der letzten Begegnung mit Anja. Die Zeit verging jedoch wie im Fluge. Nach einem ausgedehnten Spaziergang im Prenzlauer Berg haben wir uns dann herzlich verabschiedet und nehmen gute Erinnerungen mit nach Hause.

Im Nachhinein haben wir uns gefragt, warum erst über 30 Jahre vergehen mussten, bis man sich einmal wiedersehen konnte.






Kinners, wie is das schön hier!

Nach unserem Familientreffen kam sogar noch die Sonne raus, was will man mehr. So haben wir uns entschlossen eine weitere Munzee Jagd auf dem Alex durchzuführen, unser Weg führte uns dann noch zur Zitadelle in Spandau. Die Zitadelle Spandau ist eine der bedeutendsten und besterhaltenen Festungen der Hochrenaissance in Europa. Sie befindet sich nord-östlich der Spandauer Altstadt am gegenüberliegenden Havelufer im Berliner Ortsteil Haselhorst und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Berliner Bezirks Spandau. So ist dann auch Tag 3 zu Ende gegangen und wir sind im Hotel "jeschafft" eingeschlafen.


Unseren letzten Tag vor der Heimreise wollten wir in Berlin etwas ruhiger gestalten. Wir haben etwas zu lang geschlafen und sind nach einem ausgiebigen Frühstück in der "Schul-Mensa" nach Potsdam zum Filmpark Babelsberg aufgebrochen.  Wir hatten ein paar schöne Stunden und konnten ebenso viele Parallelen zum Filmpark Bavaria in München entdecken. Auch die Aufzeichnung der Sendung für die Gäste ähnelt sehr dem Angebot aus München. Wir wurden jedenfalls gut unterhalten. GZSZ haben wir jedoch komplett ausgelassen, weil wir schon seit Jahren keine privaten Fernsehsender (Werbesender) mehr anschauen. Dies brachte uns übrigens eine deutlich bessere Lebensqualität. Im Filmpark kann man sich getrost den ganzen Tag aufhalten, es gibt so einiges zu entdecken. (Tiershow, Stuntshow...) Wir jedoch hatten für den Nachmittag ganz andere Pläne.



Das Wetter zeigte sich inzwischen von seiner allerschönsten Seite (puh, wir waren zu warm angezogen), so dass wir uns noch für einen Spaziergang im Park vom Schloss Sanssouci entschieden haben. Gefühlt saßen wir auf jeder Bank die sich uns in den Weg stellte. Man konnte doch schon spüren, dass die vergangenen Tage an unseren Kräften gezehrt haben. So haben wir Hand in Hand und völlig erschöpft die Sonnenstrahlen aufgesogen.

Nach unserer Rückkehr aus Potsdam waren wir zum Abschied noch einmal im urigen Stübchen zu Abend essen. Nun hieß es Abschied nehmen, denn wir freuten uns schon wieder auf die Heimat, denn es war schon ganz schön anstrengend und nun glaube ich doch: Es liegt am Alter.

Danke Berlin für die vielen schönen Momente die wir gemeinsam erleben konnten. Wir haben viel gelacht und uns mit herzlichen Menschen getroffen.



Jibt dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne.

Lach dir´n Ast und setz dir druff und baumle mit de Beene.





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